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Forschungslager der 'academia' 2016

Madulain Engadin

Mit dem Engadin verbindet die academia eine gewisse Tradition. Im Jahr 2007 fand eine der ersten Studienwochen der academia in La Punt statt, und bereits zwei Jahre später wurden wieder Projekte im Engadin durchgeführt, diesmal vom Lagerort Rona bei Savognin aus. Aus dieser Vergangenheit resultierten viele noch offene Fragestellungen, die mit der gewonnenen Erfahrung der letzten Jahre erneut angepackt wurden.

Der wissenschaftliche Ertrag des Projekts Madulain lässt sich sehen. So konnte dank dem koordinierten Einsatz der zwei Hydrologiegruppen das Rätsel des hohen Sulfatgehalts des St. Moritzer Sees weitgehend gelöst werden. Auch andere traditionelle Arbeitsgebiete der academia erlebten grosse Fortschritte, und mit ganz neuen Ideen wie z.B. der Pollenanalyse oder der Radioastronomie kam zusätzlicher Schwung in die täglichen Fachdiskussionen am Essenstisch. Das sich so bildende und sich ständig erweiternde Know-How zählt zu den grossen Stärken unserer Forschergemeinschaft.

Einmal mehr konnte quer durch das ganze academia-Jahr auf die enorme Eigenmotivation der jungen Forscherinnen und Forscher gezählt werden. Besonders deutlich wird das jeweils während der Feldarbeit, wo mit hohem körperlichem und zeitlichem Einsatz buchstäblich jede Minute Forschungszeit genutzt wird – und das immer bei bester Laune. Aber auch in den härteren Phasen der Auswertearbeit und der Produktion der Berichte und Posters kann man sich aufeinander verlassen. Das diesjährige Endprodukt – der Jahresbericht 2016 – ist die Summe all dieser Arbeiten und zeigt, wozu die academia in der Lage ist.


Fotogalerie Präsentationsabend.


Die Projekte im Detail

Projekt   Download
Hydrologie See Mit chemisch-physikalischen Analysen von Wasserproben bis in über 40m Tiefe wurde die aktuelle Schichtung des St. Moritzer Sees und des Lago die Poschiavo vermessen und mit den Schichtungen vergangener Jahre verglichen. Zusätzlich wurde die Ionenfracht des Wassers abhängig von der Tiefe bestimmt. Damit konnte im St. Moritzer See die Existenz einer durch Gipseintrag verdichteten Tiefenwasserschicht nachgewiesen werden.

Poster 1 [380 KB]
Hydrologie Ovel da Mulin Um die Herkunft des gipshaltigen Wassers im St. Moritzer See zu bestimmen, wurden aus dem Zufluss Ovel da Mulin Wasserproben ausgemessen, und zusätzlich Boden- und Gesteinsproben aus dem Einzugsgebiet gesammelt. Durch die gewonnenen Daten konnte nachgewiesen werden, dass einerseits die gipshaltige Rauhwacke, andrerseits aber auch das dolomitische Grundgestein im Einzugsgebiet des Ovel da Mulin zusammen verantwortlich für die hohen Kalzium-, Magnesium- und Sulfatgehalte des St. Moritzer Sees sind. Poster 2 [1'000 KB]
Geoseismik In vier aufwändigen Messkampagnen an Standorten mit möglichst unterschiedlichem Untergrund wurden mit der weiterentwickelten Geoseismik-Apparatur Bodenprofile vermessen. Dazu wurden an Dutzenden von Punkten seismische Wellen durch Hammerschläge ausgelöst und mit Detektoren registriert. Die damit erhobenen Daten lassen wie erhofft Schichtungen erkennen und stimmen mit Referenzdaten von professionellen Forschungsgruppen weitgehend überein. Poster 3 [780 KB]
Mineralogie Mithilfe von optischen Untersuchungen und der Technik der Röntgenfluoreszenz-Analyse wurde der Mineralgehalt von Blei- und Zinkerzen aus alten Erz-Lagerstätten des Engadins ermittelt und mit Literaturwerten abgeglichen. Es zeigte sich nicht ganz unerwartet, dass aufwendigere, breiter angelegte Probennahmen nötig sind, um so isoliert auftretende Spurenvorkommen zuverlässig zu erforschen. Poster 4 [525 KB]
Pollenanalysen In einem Pionierprojekt wurden erstmals Pollen aus Moorproben gewonnen, identifiziert und ausgezählt. Da Moore sehr langsam wachsen und Pollen darin gut konserviert werden, können damit im Idealfall Rückschlüsse auf die Vegetationsgeschichte und das Klima über viele Jahrtausende gezogen werden. Es ist als grosser Erfolg zu werten, dass konservierte Pollen tatsächlich in bis zu 3.5m tiefen Bohrkernen aufgespürt und identifiziert werden konnten. Poster 5 [1'176 KB]
Vegetations-Sukzession Der sich aktuell schnell zurückbildende Morteratschgletschers hinterlässt ein karges Pionierhabiat, in dem sich die Vegetation erst nach und nach etablieren kann. In der Projektarbeit wurde die Ansiedelung und Sukzession der krautigen Vegetation experimentell ermittelt. Mit aufwändigen Vegetationstransekten wurde ein schöner Datensatz erhoben, der die Verteilung der Krautvegetation im Morteratschtal gut abdeckt und die Verbreitung von Pionierpflanzen erkennen lässt. Poster 6 [1'244 KB]
Rote Waldameise Das Projekt zur Erforschung der Roten Waldameise (Formica rufa) zeigt die ganze Komplexität der Forschung an Tieren auf. Im Sinne einer breit angelegten Grundsatz-Studie wurden von verhaltensbiologischen Forschungen im Labor über Feldstudien zur Verteilung und Verbindung der Ameisenhaufen bis hin zur akribischen Zerlegung von verlassenen Ameisenhaufen eine Vielzahl von Ideen verwirklicht. Auf den gemachten Erfahrungen dieses Pionierprojekts lassen sich spätere Studien ideal aufbauen. Poster 7 [574 KB]
Höhen-Physiologie Nach einer weiteren technischen Überarbeitung der eigenen Apparatur konnten erstmals die klassischen Signalableitungen EEG, EOG, EMG und EKG gleichzeitig und mit guter Qualität im Schlaf erhoben werden. Dies ermöglichte es, zuverlässige Schlafstadien-Bestimmungen vorzunehmen. Parallel zu den Schlafstudien wurden diverse physiologische Studien zu potentiellen Höheneffekten durchgeführt. Dabei konnte sehr überzeugend nachgewiesen werden, dass auch ein kurzzeitiger Aufenthalt in grosser Höhe ausreicht, um die Problematik der Höhenanpassung zu studieren. Poster 8 [531 KB]
Radiostronomie Ausgehend von einer Maturaarbeit zum Thema setzte sich die Projektgruppe das Ziel, die Abgeschiedenheit des Hochtales zu nutzen, um möglichst störungsfrei radioastronomische Beobachtungen zu machen. Konkret wurde der Durchmesser der Radiosonne – also der Bereich der Sonnenumgebung, der Radiostrahlung aussendet – mittels einer Interferenzmessung vermessen. Dieses technisch und physikalisch sehr heikle Experiment gelang zur Freude aller Beteiligten hervorragend. Poster 9 [398 KB]
Artificial Intelligence Erstmals in der academia wurde ein Projekt auf die Informatik fokussiert. Die Gruppe entwickelte ein Programm, das in der Lage ist, selbständig Formen zu erkennen. Als Testlauf wurde der Code darauf trainiert, Ziffern selbständig unterscheiden zu können. In einem zweiten, praktisch ausgerichteteren Schritt konnten dann verschiedene Formen von Blättern automatisch unterschieden werden. Dies gelang auch mit einer Zuverlässigkeit von über 80%. Poster 10 [1'480 KB]
Speläologie Als Nebenprojekt wurde das Höhlensystem Funtauna Chi-Staina besucht. An verschiedenen Standorten in der Höhle wurden Nahrungsmittelproben ausgelegt, um das Wachstum von Schimmelpilzen im Verlauf einer Woche zu bestimmen. Zusätzlich wurden Temperatur- und Winddaten erhoben. Das Projekt ist eine erfolgreiche Machbarkeitsstudie für Folgeprojekte in den nächsten Jahren. Poster 11 [1'293 KB]
     

     
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Vorstellung [544 KB]

     



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